21.1.17

Riflessionen

Gemacht habe ich in der vergangenen Woche eigentlich kaum was, vielleicht etwas unlustig an meinem Pulli weitergestrickt.
Eine Bekannte hat mir eine gehäkelte Stola gebracht mit den Worten: Kannst du die nachmachen?
Als ich sie mir angesehen habe, dachte ich: Oh Gott, das schaffst du nie und nimmer. Dachte schon daran, das an eine Freundin weiterzureichen. 
Aber weil ich jede Menge Häkelmuster in PC gespeichert habe, wollte ich das Handtuch noch nicht sofort werfen. Und siehe da.........., ich hatte etwas ähnliches.
Das habe ich mir dann erstmal ganz genau angesehen, denn, und das hatte ich vergessen zu schreiben, bin ich eher ein Strickmensch, mit häkeln habe ich es nicht so doll.
Und was mich dann selbst am meisten gewundert hat war, daß ich das doch glatt geschafft habe, das Muster zu verstehen und auch nachzuhäkeln............. lach.
Wir waren für heute verabredet, um die dafür nötige Wolle bei dem schönen großen Wollstand hier auf dem Markt zu kaufen, denn leider gibt es bei uns hier nicht so viele Wollläden..........
Nun heute regnet es, und somit fällt der Markt einfach aus. Ist also auch nichts mit Wolle kaufen, ist aufgeschoben auf nächsten Samstag, da die Bekannt unter der Woche berufstätig ist...........
Macht aber knapp die Hälfte, so habe ich wenigstens noch die Chance meine Pulli rechtzeit vorher fertigzustellen.........

Aber das ist eigentlich nicht der Grund meiner Riflessionen......... Ein anderer, viel trauriger Grund hat den Ausschlag dazu gegeben.........
Seit ich mit dem PC umgehen kann, und angefangen habe, im Internet zu surfen, bin ich in irgendwelchen Yahoo Gruppen gewesen. Zuerst zum virtuellen basteln, über Handarbeitsrunden, und zuletzt nur noch in Klöngruppen.
Nachdem die letzte geschlossen wurde, habe ich selbst eine eröffnet, hauptsächlich um mit ein paar Leuten in Kontakt zu bleiben, mit denen ich sehr viele Jahre meines Internetlebens verbracht habe...........
Und hier kommt der eigentlich Grund, warum ich sehr nachdenklich und traurig geworden bin: Eine meiner Mitglieder, eine ältere und alleinstehende Dame ist ganz unerwartet verstorben. 
Na ja, sowas passiert öfter als man denkt. Aber die Umstände unter denen ich das erfahren habe, haben mir doch schwer zu denken gegeben........
Sie schrieb immer, sie habe keine Verwandten mehr, nur einen Sohn, der in  Amerika wohl verheiratet sei und arbeite............., ok akzeptiert.
Seitdem ihr Mann gestorben war, war sie im Dezember und Januar immer sehr, sehr depressiv und noch mehr zurückgezogen als sonst, aber wenigstens meldete sich sich ab und an mal. Aber dieses Mal kam so gar nichts mehr,  nichtmal ein winziges Hallo...........
Ich habe also angefangen mir Sorgen zu machen, denn auch wenn sie in einem Heim für betreutes Wohnen lebt, so kann sie ja krank geworden sein, und wir wissen nichts davon.
Ich habe zwar die Postanschrift, aber keine Telefonnummer, und auch die andere Freundin aus der Gruppe hatte keine, meinte aber, das wäre normal, wir sollten einfach nur abwarten, sie würde sich schon wieder melden.
Nun, meine innere Stimme gab mir keine Ruhe. Ich habe dann das Heim ausfindig gemacht und die Direktion angeschrieben, ob sie mir Auskunft darüber geben könnten, wie es der Bewohnerin geht............
Da kam dann eine Mail, das die Dame am 17. verstorben sei.......
Ich dachte, sie wäre vielleicht gefallen, da sie nicht sehr gut auf den Beinen war, sich was gebrochen haben könnte, aber an das allerletzte habe ich  bestimmt nicht gedacht..........
Ich bin geschockt, und mit mir einige andere. Ich muß immer nur dran denken, dass wenn ich sie nicht gesucht und nachgefragt hätte, wir bis heute nichts davon wissen würden...............
Und was noch schlimmer ist, auf meine Anfrage wurde mir erklärt, daß sie keinerlei Verwandte angegeben hätte, von einem Sohn in Amerika wüßten sie überhaupt nichts. Nun würde halt alles in den Händen der Behörden liegen............
Da hört man manchmal in den Nachrichten, daß man ältere Leute tot in der Wohnung aufgefunden hat, und keiner hätte was gemerkt............ Jetzt habe ich begriffen, wie schnell das gehen kann, und dass obwohl die betreffende Person durch Internet mit einigen Leuten in Kontakt war. Man hört dann einfach nichts mehr von ihnen, wundert sich zuerst zwar, aber nach einer Weile schließt man das Kapitel einfach ab, und das wars dann...........
Und dies ist auch einer der Gründe, warum ich nach dem Tod meines Mannes nicht zurück nach Deutschland gezogen bin........... Ich möchte einfach nicht allein sein wenn es soweit ist................, und irgendwo anonym sterben zu müssen.

So, und nun schieben wir diesen Gedanken schnell beiseite und ich setze mich für eine Weile zu Andrea an den Kaffeetisch zum klönen.........

http://kaminrot.blogspot.it/
 

Kommentare:

  1. Ach Monika, du hast schon die richtige Entscheidung getroffen. Manchmal geht es so schnell, dann merkt es einfach keiner. Schrecklich immer wieder.
    Meine Migräne habe ich auch geerbt und an das Monstermädchen weitergegeben (wie unfair von mir). Zum Glück werden die Anfälle immer weniger, seit ich in der zweiten Pubertät bin.
    Ich mach es mir jetzt schön, das solltest du auch machen,
    Andrea

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  2. Liebe Monika, in dem Sinne bist Du ja Deiner Familie nahe,Deinem Freundeskreis, den Du ja auch augenscheinlich hast, so bist Du zum Glück ganz klar im Vorteil!Alles Liebe für Dich, Petra

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  3. Ach das ist ja wirklich traurig und schlimm für die die bleiben, toll das Du etwas nachgeforscht hast, und den Wissenstand nun hast, auch wenn er so traurig ist.
    Manchmal weiß man garnicht, was man schaffen kann, wenn man es nicht versucht, schön, dass Du Dich durch das Häkeln durch gekämpft hast.
    Herzlichen Gruß und ein schönes Wochenende, auch wenn es regnet. Hier ist es mega grau und diesig.
    Sylvia

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  4. Hallo Monika,
    ich bin ja auch alleine und auch wenn es hoffentlich noch lange hin ist (ich bin ja erst 36), so macht auch mir der Gedanke manchmal Sorgen. Viele Menschen sind im Alter wirklich einsam und es ist bitter, dass, vor allem in den Großstädten, die Menschen nichtmal merken, wenn der Nachbar plötzlich nicht mehr im Treppenhaus anzutreffen ist. Ich glaube, hier auf dem Land, würden die Nachbarn schon nach dem Rechten schauen, wenn man sich mehrere Tage nicht gesehen hat. Sicher bin ich da aber auch nicht.
    Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende
    LG
    Yvonne

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  5. Liebe Monika,
    wie traurig, wenn ein Leben so zu Ende geht. Ich wünsche dir trotzdem ein schönes Wochenende voller Sonnenschein und lieben Menschen um dich herum.
    Alles Liebe,
    Sabrina

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  6. Du machst es schon ganz richtig, wenn Du Dich in einem sozialen Netz gut aufgehoben fühlst. Das ist doch das Wichtigste.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Ich wünsche Dir ein schöne Woche, bei uns scheint die Sonne und es ist minus 7 Grad. LG Ursula

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  8. Nicht aufgeben gewinnt eben doch. Auch wenn die Auflösung traurig ist, ist sie nicht vergessen. Ein persönliches soziales Umfeld zu haben heisst auch, dass man es pflegen muss. Mit den neuen Medien wird die Anonymität immer grösser.
    L G Pia

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  9. Das ist wirklich eine tragische Geschichte. Hoffen wir, dass wir immer fähig sind, unser soziales Netz zu unterhalten. Liebe Grüsse von Regula

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  10. Bleib schön tapfer. Ein gutes Wochenende.
    LG Betty

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Lieben Dank für deinen Kommentar auf meinem Blog "Liebe Grüße aus Sizilien".

Baci, Monika